24.07.2016

Nacht über der weißen Kathedrale

Die Nacht liegt schwer wie Blei über der weißen Kathedrale. Ich bin allein. Mein letzter Freund gegangen. Die Welt ist leer von allem Überflüssigen und allem, was nötig war. Es gibt nichts mehr. Es gibt nichts mehr zu sehen. Es gibt nichts mehr zu tun.

 Die Verwandlung beginnt. Sie entsteht aus der Kontemplation heraus. Die Kraft schöpft sich selbst aus der Ruhe, aus der Einsamkeit, aus der Stille.

 Ich weiß, ein neuer Tag wird kommen, und ich werde nicht mehr länger ich selbst sein.

 Eines Tages werde ich heimkehren, ich werde zurückkommen zu meiner Seele, meinem wahren Ich, und ich hoffe, dass dann noch etwas von mir übrig sein wird. Dafür bete ich. Dafür lebe ich. Dafür liebe ich.

 Doch jetzt muss ich mich der Welt da draußen stellen.