02.06.2012

Ich bin nicht depressiv. Ich bin nur einfach nicht imstande, Freude zu empfinden. Worüber sollte ich mich freuen in einer Welt, die derart nah am Abgrund der emotionalen Belanglosigkeit entlangmanövriert.
Unser Leben wird bestimmt von Smartphones, Tablet-PCs und Social Networks. Menschen sammeln Menschen in Alben wie Briefmarken und nennen es Freunde. Menschen Tippen mehr auf Touchscreens als dass sie miteinander sprechen.
Nachdem ich jahrelang versucht habe, einer von ihnen zu sein, versuche ich heute geradezu verzweifelt nicht so zu sein, wie sie sind.
Das Geschäftsleben wird bestimmt von klar definierten Geschäftsprozessen, als längst gescheiterter Versuch, dem Menschen das Denken abzugewöhnen und den gesunden Menschenverstand durch eine Grafik aus Kästchen und Strichmännchen zu ersetzen. Viele, viel zu viele von ihnen sind blind genug, um nicht zu bermerken, dass es nicht funktioniert. Wir kommunizieren immer und überall miteinander, allein zu sagen haben wir nichts
Ich habe es versucht. Ich habe ein Smartphone, ein Tablet, einen Facebook Account. Es hat funktioniert. Aber lebendig habe ich mich dabei nie gefühlt.
Wirklichkeit ist das, was wir sehen, wenn wir für einen Moment von unserem Handy aufblicken.